Grüne Lebenswelten

Benjamin Küsters, Geschäftsführer der Gartenhof Küsters GmbH

Benjamin Küsters, Geschäftsführer der Gartenhof Küsters GmbH

Es gibt Berufsbilder, die beim Beruferaten nicht unbedingt im ersten Atemzug genannt werden. Der Beruf des Landschaftsgärtners gehört vermutlich dazu. Grund genug, diesem spannenden Beruf ein Interview-Special zu widmen.

Benjamin Küsters, ausgebildeter Landschaftsgärtner und Geschäftsführer der Gartenhof Küsters GmbH, sprach mit uns über seinen Traumberuf, die neusten Trends, grüne Lebenswelten und den perfekten Arbeitstag.

Hier geht es zum Interview.

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Der Wert von Grün in der Stadt

Welchen Wert haben Grünflächen in der Stadt? Diese Frage kann je nach Betrachtungsweise recht unterschiedlich beantwortet werden. Denn nicht alle Qualitäten lassen sich klar beziffern.

Objektiv betrachtet ist der Wert eines Gutes eine ökonomische Kategorie. Diese bildet die Grundlage dafür, dass völlig verschiedene Waren und Dienstleistungen in einem bestimmten quantitativen Verhältnis gegeneinander verrechnet werden können. Dieser (ökonomische) Wert lässt sich in der Regel konkret und objektiv beziffern. Aus eigener Erfahrung wissen wir aber alle, dass es Werte oder Qualitäten gibt, die sich nicht rational erfassen und in Zahlen ausdrücken lassen.

Es liegt daher nahe, den Wert von Grünflächen vor allem anhand von „weichen“ Faktoren zu bemessen. Betrachtet man Wohnquartiere, Straßenräume oder Plätze, fließen Merkmale wie Atmosphäre oder Aufenthaltsqualität automatisch in unsere individuelle Bewertung mit ein.  Solche Mehrwerte, die Auswirkungen auf unsere Lebensqualität und unser Wohlbefinden haben, geben uns etwas, was sich auf den ersten Blick nicht einfach mit einem Preisetikett versehen lässt. Trotzdem sind solche Standortfaktoren enorm wichtig für die Bewertung von Grundstücken und Immobilien.

Grünflächen haben als Standortfaktor durchaus auch einen ökonomischen Wert.

„Gute gepflegte Außenanlagen, die aufwendig gestaltet sind, werden von den Bewohnern entsprechend honoriert. Sie steigern nicht nur die Aufenthaltsqualität, sondern heben auch den Wert der Immobilie „, stellt Benjamin Küsters fest. Mit seiner Aussage bezieht sich der Geschäftsführer des Neusser Gartenbauunternehmens Gartenhof Küsters auf  neuere Studien, die zeigen: „Der Faktor Grün“ wird nicht allein nur mit „gefühlter“ Lebensqualität gleichgesetzt, sondern trägt auch zur Wertsteigerung von Grundstücken und Immobilien bei.

Die Gestaltung von Freiräumen und Grünflächen hat einen direkten Einfluss auf den Wert von Grundstücken und Immobilien.

Zugleich sinkt der Wert von Häusern ohne Vorgarten deutlich. Hinzu kommt, dass es Bewohnern wichtig ist, dass Grünflächen generell vorhanden sind. Sogar gut gepflegte Grünflächen, die rund 1500 Meter vom Wohnort entfernt sind, steigern die Repräsentativität. Bei Schmuckflächen werden Hotspots eher wahrgenommen als viele kleine bepflanzte Flächen Auch ein raumprägendes Blätterdach wird positiv bewertet, vor allem wenn es Lärm- und Emissionsschutz bietet.

Tipp zur weiteren Lektüre:
Hoffmann, Anne; Gruehn, Dietwald (2010): „Bedeutung von Freiräumen und Grünflächen in deutschen Groß- und Mittelstädten für den Wert von Grundstücken und Immobilien.“

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Der Faktor „Grün“

Häufig nehmen wir es gar nicht bewusst wahr und trotzdem ist es für unser aller Lebensqualität von entscheidender Bedeutung: das „Grün“ in der Stadt.

Der Begriff Grünfläche stammt aus der Stadt- und Landesplanung und bezeichnet parkartig oder gärtnerisch gestaltete Freiflächen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich. Doch selbst wenn man den Begriff enger fasst und lediglich öffentliche bzw. städtische Grünflächen wie Parkanlagen, Abstandsgrünflächen, Straßenbegrünung, Friedhöfe, gestaltete Plätze oder auch Spiel- und Sportanlagen betrachtet, zeigt sich hinsichtlich Größe und Struktur ein sehr uneinheitliches Bild. Fast noch wichtiger, denn beileibe nicht ganz so offensichtlich, ist aber, dass Grünflächen auch sehr unterschiedliche Funktionen erfüllen.

Denn Grünflächen erfüllen soziale, ökologische und gestalterische Funktionen sowie diverse Nutzungsfunktionen:

  • Grünflächen dienen als Lebens-, Aufenthalts- und Kommunikationsraum (soziale Funktion)
  • Grünflächen tragen zu einem ästhetischen Erscheinungsbild bei (gestalterische Funktion)
  • Grünflächen haben eine stadtgliedernde Funktion
  • Grünflächen sind Lebensraum für Flora uns Fauna (ökologische Funktion)
  • Grünflächen erfüllen erzeugen eine Kühlwirkung, die zur Verbesserung des Bioklimas beiträgt (ökologische Funktion)
  • Grünflächen wirken der Bodenversiegelung in den Städten entgegen und ermöglichen das Versickern von Oberflächenwasser

Daraus ergibt sich aber auch die Frage: Welchen Wert – auch in einem streng ökonomischen Sinne – haben Grünflächen für die Stadt?

 

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Ein magischer Radweg

Ein magischer Fahrradweg verzaubert im Städtchen Nuenen unweit von Eindhoven seit Anfang November die Nächte: Zu Ehren des niederländischen Malers Vincent van Gogh funkeln auf einer rund 600 Meter langen Strecke die Sterne.

Das von dem Gemälde „Sternennacht“, einem der bekanntesten Werke des niederländischen Künstlers, inspirierte Design stammt von Daan Roosegaarde.

Die Aktion ist eine von vielen, die anlässlich des 125. Todesjahres von Van Gogh, das 2015 international begangen wird, umgesetzt werden. Der Niederländer war am 29. Juli 1890 in der französischen Gemeinde Auvers-sur-Oise gestorben.

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Overkill – von allem zu viel

Ständig konsumieren wir irgendetwas. Wir gehen shoppen, stopfen unsere Wohnung voll, sammeln Informationen, Facebook-Freunde. Wir konsumieren und sammeln immer mehr und immer schneller. Das nano Spezial:

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Besitzlos leben

Katharina Finke hat es gemacht: Alle Möbel verkauft, ihre Wohnung aufgegeben. Was sie besitzt, passt in zwei Koffer. Wir stellen uns die Frage: Könnten wir so leben? Was bringt’s? Und wie wird man Besitz eigentlich am besten los.
Mehr dazu: www.deinpuls.de

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Die suche nach dem einfachen Leben

Aussteiger und Asketen gab es schon immer. Nicht in einer Tonne, aber in einer kleinen schäbigen Hütte lebte der Philosoph Diogenes und war damit zufrieden. Asketische Strömungen kennt die Kultur- und Geistesgeschichte zu Genüge. Aber werden Askese und gesellschaftlicher Rückzug derzeit zur Massenbewegung? Die moderne Lebenswelt ist zunehmend komplexer werdenden Mechanismen und Strukturen unterworfen.

Ganze Lebensbereiche entziehen sich dem Verständnis, sind nicht mehr zu dirigieren: Kaum jemand kennt alle Funktionen seines Handys oder weiß, woher die Nahrungsmittel seines Speiseplans stammen. Längst werden Entscheidungen über das eigene Leben ganz woanders gefällt, in Brüssel oder an den Schreibtischen großer Global Player. Die Politikverdrossenheit steht symptomatisch für die Ohnmachtsgefühle vieler Bürger. Hilflosigkeit angesichts von Komplexität und Globalisierung, aber auch das Gefühl von Entfremdung, Überreizung und Übersättigung sind zu zentralen Grundstimmungen in den modernen Industriegesellschaften geworden.

Der Mensch reagiert auf diese Überforderung mit dem Bedürfnis nach Vereinfachung. „Simplify your life“ ist zum verbreiteten Slogan geworden. Die Sehnsucht nach Überschaubarkeit zeigt sich in den verschiedensten Lebensbereichen – von Mode über Architektur und Design bis hin zu Ernährungsweisen und Reiseverhalten. Wandern statt Fernflug, regionale statt ausländische Küche sind angesagt. Aber auch Philosophie und Religion stellen sich diesem Trend.

Gert Scobel diskutiert mit seinen Gästen über die Erscheinungsformen moderner Askese.
3Sat, Mai 2012

 

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